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[SPOILER] Ich wünschte das Buch wäre länger & anderes Gelaber
#1
Das ist jetzt ein bisschen Lang geworden und erinnert an einen blogpost aber irgendwie war das nötig Big Grin.

Irgendwie hat sich ein bisschen das Bewahrheitet, was ich schon seit dem 7. Band befürchtet hatte.
Buch 6 und 7 waren beides tolle Bände und sicherlich wichtig um mehr von NNs Welt zu zeigen, jedoch haben sie meiner Meinung nach nicht besonders viel zu dem Voranschreiten der Geschichte beigetragen.
Als der 8. dann erst gegen Ende mit dem Russlandfeldzug so langsam die Dinge wieder ins Rollen gebracht hat (obwohl die Japnm und China stories natürlich toll waren) habe ich angefangen mich zu fragen wie NN denn das Ganze jetzt noch zu Ende bringen soll...

Ich will mal grob 3 Bereiche festlegen mit denen abgeschlossen werden muss.

Der Kampf gegen Napoleon
Die Rechte der Drachen (und die Zukunft der Welt)
Temeraires und andere persönliche Geschichten

Das alles in nur einem Roman? Obwohl ich den zusammenraffenden Erzählstil, der am Ende des 8. Bandes aufkam im Kontext des ermüdenden, langen und unklaren Russlandfeldzuges angebracht fand, gab es schon früh im letzten Buch einige Momente in denen ich das Gefühl hatte dass hastig so einige interessante Geschehnisse übergangen wurden.
Insgesamt ist der Abschluss des Russlandfeldzuges doch ganz gut gelungen, aber meinem Verständnis nach wurde mindestens eine entscheidende Schlacht genau zwischen den Bänden weggelassen.
Genauso ging die Reise Temeraires nach Frankreich aufgrund des Eis etwas sehr plötzlich los und gerade der Wechsel von Temeraire, alleine auf dem Weg nach China zu der ganzen Gruppe in den Alpen war meiner Meinung nach zu hart.
Gegen Ende des Buches und in manchen Teilen in der Mitte (obwohl ich es hier wenger gemerkt habe) kam dieses unzufriedenstellende Gefühl, dass man etwas verpasst hat, noch ein paar Mal auf.

Ich will jetzt aber nicht das Buch auseinanderpflücken und zu einer Beurteilung der Auflösung der drei Aspekte kommen.


Ich finde NN hat etwas geniales gemacht indem sie die ersten beiden Themen (den Krieg und die Drachenrechte) sehr stark Verknüpgt hat.
Es sah kurz vor dem Ende des Buches (als die Gefahr durch die Wilddrachen klar wird und man sich fast dazu entscheided sie mehr oder weniger auszurotten) sehr gut aus.
Das ist nur meine persönliche Erfahrung aber och hatte das Gefühl dass die Welt sich im Umschwung befindet. Plötzlich war der Krieg gar nicht mehr soo wichtig wenn man bedenkt dass es effektiv zu einem "Bürgerkrieg" zwischen Menschen und Drachen in ganz Europa kommen könnte. Man hat schön gemerkt wie der Code von Napoleon Wirkung zeigt und ganz plötzlich die Militärs merken dass etwas vonstatten geht, was dann dazu führt dass die alliierten Regierungen nachgeben und ihre Haltung gegenüber Drachen zu ändern beginnen.
Die Lösug des Problems der Drachenrechte, obwohl hier auf jeden Fall 50 mehr Seiten zu dem Thema gut gewesen wären, ist imo ganz gut ausgefallen.

Bei dem Krieg gegen Napoleon sehe ich es weniger so. Der Feldzug gegen Frankreich war teilweise sehr gehetzt und der plötzliche Verrat der Inkas UND der Tswana einfach zu praktisch.
Wenn man einen Character wie Napoleon hat, der immer als selbstbewusst dargestellt wird und am Ende für gewöhnlich triumphiert, dann sollte ein klarer Grund erkennbar sein weshalb er jetzt versagt hat. Zu dem Zeitpunkt als er von den Inka hintergangen wurde war die Lage sowieso schon zu schlecht um den Krieg zu gewinnen.
Hier finde ich das Ende also etwas unzureichend.

Auf der Ebene der persönlichen Geschichten finde ich es komplett enttäuschend!
Als ich gelesen habe wie Lien in der letzten Schlacht aufstegit nur um umzublättern und sie in Ketten zu finden war ich fast empört! Es muss doch 5 Seiten Platz sein für einen finalen Kampf zwischen Protagonist und Antagonist, das geht doch so nicht.
Genauso ist Ning auf der Startbahn hängen geblieben... Sie ist das Ei von Temeraire und Iskierka! Zudem ist sie eine einzigartike Kreuzung!
Ich will nicht zu pingelig sein aber irgendwas hätte NN schon mit ihr machen sollen... aber wahrscheinlich hat der Platz einfach nicht gereicht.
Der alten Formation und allgemein allen Freunden von Temeraire hätte man auch etwas mehr Liebe schenken können. Maximus und Lily wurden mehr oder weniger mit einer Zeile abserviert und Kulingile kam im Buch kaum vor.


Vielleicht beschwere ich mich auf zu hohem Niveau oder vielleicht gab es vom Verlag Vorschriften für die Länge.

Ich hatte nur das Gefühl, dass ich das Ende so einfach nicht stehen lassen kann; Irgendwas musste ich dazu meinen Senf abgeben.
«»«»«»«»«»«»«»«»«»«»«»«»


Du bittest mich zu bleiben,
zu ehren, meine Pflicht.
Du sagst, dort herrscht das Dunkel,
bleib hier, hier gibt es Licht.

Du willst mir doch nur helfen,
mich warnen, vorm Gericht.
Ich hab mich bloß vernarrt und
die Freiheit verherrlicht.

Dein Körper sagt Vetrauen.
Hoffnung, sagt dein Gesicht.
Doch ich sehe deine Augen.
"Ich glaube dir nicht."

Ein Zuchtdrache zu einem Wärter, bevor er das Gehege verlässt.
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#2
Ich finde den letzten band auch enttäuschend. Irgendwo hatte ich schon mal erwähnt, was wir uns für den letzten Band so alles vorgestellt hatten (Schweden und so). Ja, es wird viel einfach nur gelabert (Laurence ist ja schon immer "gern" auf Feste oder Essen gegangen und hat auch selbst welche veranstaltet, aber hier schießen Reiter und Drache echt den Vogel ab. Wie oft wird von Festen/Essen berichtet? 8Mal?...) und auch die Dobrozhnov-Sache war einfach nur überflüssig. Aber ich muss mich halt damit zufrieden geben, dass die Entwicklung der Drachen und ihrer Freiheitsrechte wohl das Beste am Buch sind.
Ballistische Experimente mit kristallinem H2O auf dem Areal des Pädagogischen Instituts unterliegen striktester Prohibition!
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#3
Das ist genau das Problem bei NN: Sie erzählt ewig lang herum, führt Figuren ein und -nichts! Es geht nichts daraus hervor, wie bei dieser Dobrozhnov-Sache. Wie ist diese Episode mit dem Rest der Geschichte verflochten -gar nicht! Da fragt man sich, warum sie es für nötig befunden hat, die Episode zu erzählen. Um Seiten vollzukriegen? Es ist kein Sinn dahinter und deshalb kann man das eigentlich weglassen, würde niemandem auffallen.

Deshalb ist es langweilig.
Zu viele Noten, Herr Mozart!







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#4
Übrigens: wie sollte es dem großen Strategen Napoleon wohl gelingen, Essen für die vielen Drachen bereitzustellen, die er züchtet. Ganz davon abgesehen, dass es natürlicherweise innerhalb kürzester Zeit eine Revolution geben müsste samt Entmachtung und Versklavung (Vernichtung auch?) der Menschen. Drachen sind domestizierte Raubtiere? - intelligent. Diese Massen von Drachen kann man weder mit Gold noch mit Futter oder Kapitän (den es ja nicht gibt) in Schach halten. Also wirklich - Napoleon hätte sowas Dummes nicht gemacht!

(vlt kommt dazu ja noch was, bin erst auf S. 250)
Zu viele Noten, Herr Mozart!







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#5
Frankreich produziert heute etwa 56Mio Tonnen Getreide pro Jahr. Irgendwo habe ich gelesen, Laurence braucht 20Kühe und 100t Getreide für seine Streitmacht von 300 Drachen aller Gewichtsklassen pro Tag. Nach dem Schlüpfen der vielen Drachen hätte Napoleon etwa 5000-6000 gehabt. Heißt, hochgerechnet bräuchte er 8Mio Tonnen Getreide pro Jahr. Das wäre machbar. Was zum wiederholten Male anzumerken ist, ist die Menge an Frischfleisch, die selbst heute nicht aufgebracht werden könnte (zum Vergleich: 90kg Fleisch mit Resten und Abfall pro Kopf und Jahr in D, sind 7,4Mio Tonnen. Eine Kuh wiegt eine halbe Tonne. Früher hätte jeder Drache eine Kuh pro Tag und damit über 1/3 dessen, was alle Menschen heute brauchen verfuttert. frankreich hatte damals etwa 30Mio Einwohner, also hätten die Dracdhcen über 2/3 des menschlichen Fleischkonsums gefuttert)...
Ballistische Experimente mit kristallinem H2O auf dem Areal des Pädagogischen Instituts unterliegen striktester Prohibition!
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#6
Naja - man hätte ja für diesen Fall auf Elefanten umsteigen können. Da wiegt immerhin einer 4 - 5 Tonnen.
Allerdings futtern die auch ziemlich viel Gras am Tag.... Angel
Die größten und unmöglichsten aller Konflikte beruhen immer auf derselben Grundlage: "Du bist doof, nein, du bist doof, nein DU bist doof!" (Jonas Jonasson)
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#7
Golols kritische Betrachtung find ich übrigens sehr zutreffend. Es ist zwar schon ziemlich lange her, dass ich das Buch gelesen habe - aber ingesamt geben seine Anmerkungen ziemlich genau meinen Eindruck wieder.
Vielleicht hängt die Struktur des 9. Bandes damit zusammen, dass NN ja nun auch älter geworden ist und sie die ursprüngliche Napoleon-Geschichte gar nicht mehr so prickelnd findet. Sondern ihr Augenmerk mehr auf die Drachenrechte und was sie politisch bedeuten gerichtet hat. Das möchte ich ihr gar nicht übel nehmen - im Gegenteil. Bloss deckt sich das nicht unbedingt mit den Erwartungen vieler Leser - die lieber noch bissje spannenden Kampf und alte Bundesgenossen und so was erlebt hätten.
Natürlich finde ich auch, dass ein Autor - zumindest im mehrbändigen Fantasiebereich - eine Art Verpflichtung hat, den Leser - den er ja über tausende von Seiten "angefixt" hat - auch weiterhin in seinen Ansprüchen zu befriedigen (Deshalb regt mich ja G.R.R.Martin so furchtbar auf mittlerweile)
Andererseits denk ich auch an Termi und DT und wie sie Laurence endlich killen will .... (obwohl es hier seeeehr viel Widerspruch gab - vgl. entsprechender Thred) Big Grin
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#8
Ach übrigens Golol: Das Gedicht in Deiner "Unterzeile" find ich richtig klasse !
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#9
Mein Fazit fasst ziemlich genau das auf, was die meisten hier schon gesagt haben.
Ich fand das Buch toll und hatte wirklich wieder Spaß dabei, wie bei jedem Temeraire Buch. Ich liebe die Charaktere der Geschichte und wie sie sich verändern und den ganz eigenen Humor, der durch das Wesen der Drachen entsteht.

Aber das Buch war einfach zu kurz, zu gekürzt. Mal abgesehen davon, dass sie manchmal ganze Handlungsabschnitte übersprungen hat (und die Sprünge fand ich zum Teil echt ungeschickt), wurde so viel spannende Handlung so schnell abgehandelt, wenn man bedenkt, wie viel in manchen alten Büchern eine einzige Schlacht (oder eine Reise xD) eingenommen hat.
Auch was die Charakterentwicklung anging wurden viele der anderen Charakter halt kaum noch ausgelebt. Sie hatten zwar 1-2 Auftritte, aber im Endeffekt hat es sich sehr stark angefühlt, wie eine Geschichte zwischen Laurence und Temeraire, während die meisten anderen Charaktere halt dabei waren. Ich kann das schwer beschreiben, aber mir hat da was gefehlt.


So oder so ist es echt merkwürdig, dass die Reihe jetzt zu Ende sein soll, die mich ja praktisch durch meine gesamte bisherige Jugendzeit begleitet hat Confused
'Ich bin die Eule, die über dieses Forum wacht. Vielleicht nicht immer sichtbar, aber doch immer da."
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#10
Das, was NN weggelassen hat, nämlich die endlosen Flüge, hat sie in Nr. 7 (Australien) ausführlich beschrieben. Übrigens soll das lt. Nr. 9 erst "letzten Sommer" gewesen sein. Das ging dann wirklich schnell mit Laurence' Rehabilitiation. Und die Inka-Geschichte war auch noch dazwischen. Sie können nicht besonders lang in Australien gewesen sein.

Als Zusammenfassung bis S. 300 kann ich sagen: Bis jetzt machen sie nichts als nichts essen (am Anfang), und dann fangen sie übergangslos an, ständig zu essen. Selbst Temeraire richtet jetzt ein Essen für die anderen Drachen aus. Die Vermenschlichung schreitet voran. Mal ehrlich, was soll das?

(Es hat echt Vorteile, wenn man während der Lektüre im Forum postet und die Diskussion mitliest. Ansonsten müsste ich mir nämlich zu allem kleine Zettel oder Karteikarten schreiben, was zweifellos Kiyos Methode ist.)

Würdest du sagen, dass deine Jugend mit Nr. 9 abgeschlossen ist, saphira? Confused  Nun beginnt also die Zeit der Kurzgeschichten?
Zu viele Noten, Herr Mozart!







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