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Krieg
#1
saphira schrieb:
Jaxom schrieb:Och, ich mag Lien irgendwie. Besonders nachdem ich mich durch die Shortstory gequält habe. Naja, Geschmackssache. Und ich mochte schon immer eher die Fiesen, wenn sie nur einen plausiblen Grund für ihr destruktives Handeln hatten und dabei nicht übertrieben haben.
Schwarzweißmalerei ist im Fall England vs. Frankreich eh nicht angebracht. Beide handeln so, wie sie handeln, weil sie sich einen Vorteil verschaffen wollen, und wie wir in Band 5 gesehen haben, drehen die Briten auch krumme Dinger. Denkt mal an die Szene, in der Temeraire diesen Französichen Drachen mit einem Schlag tötet und der Kapitän weinend davonrennt, da wurde mir unsere ach so sympathische Hauptfigur auf einmal unheimlich. Temeraire ist immer nur um Laurence Wohl besorgt, die Massen an Soldaten, die durch einen einzelnen Drachen in jeder Schlacht umkommen, interessieren ihn meistens nicht die Bohne. Krieg ist für ihn fast schon ein Spiel, und von einem so philosophisch denkenden Wesen hätte man erwartet, das es sich für die Folgen seines Handelns interessiert oder es bereut.
Nur mal so zum Vergleich: Soldaten in heutigen Krisenherden kommen häufig mit psychischen Problemen oder einem Trauma nach Hause zurück, weil sie auf jemanden schießen mussten oder jemand verletzt wurde. OK, der Vergleich hinkt kräftig, aber irgendwie steckt Logik dahinter. Als Temeraire in Band 2 dieses Kriegsschiff versenkt und 300 Männer ertrinken, beruhigt er sich relativ schnell wieder von seinem schlechten Gewissen.
Dass Lien sich das ersparen will und lieber als General in der Armee Napoleons tätig ist, ist nachvollziehbar.
Mich würde nur mal interessieren, ob sie nach ihrer Aktion am Ende von Band 5 wenigstens einen Hauch von schlechtem Gewissen hatte...

Das ist, finde ich toll gesagt und ich stimme dir in diesem Punkt vollkommen zu.
Ich war damals auch sehr verwundert über Temeraire.
Ich finde, dass das bei z.B. Eragon(naja, bei saphira auch nicht) und vor allem bei Roran viel besser gemacht ist...
Ein bisschen mehr Mitleid hätte ich irgendwie realistischer gefunden und sei es nur, weil Temeraire daran denkt, wie es wäre, wenn ein viel größerer Drache Laurence einfach fressen würde...
Krieg hat nichts mit Moral zu tun. Es war auch noch nie ein Widerspruch, in Literatur und Musik zu schwelgen und dann grausame medizinische Versuche an Menschen durchzuführen. Das wissen wir doch nur zu gut.
Temeraire wurde wie die anderen Drachen in England zum Kämpfen ausgebildet. Woher sollte er moralische Gewissensbisse nehmen, wenn er seine Feinde umbringt. Die Chinesen sind entsetzt, als sie hören, dass ein Himmelsdrache kämpft, aber vermutlich nur deshalb, weil er ein Himmelsdrache ist. Lien kämpft nicht, weil sie es sich erlauben kann von ihrer Stellung her.
Temeraires Moral ist die Moral der Engländer, also unsere. Wenn man Krieg mit Moral in Zusammenhang bringt, muss man den Krieg abschaffen. Da das nie geschehen wird, schafft man die Moral ab oder münzt sie um (Orden!).
Ich bin ziemlich froh, dass Jside hier keine militärischen Ränge eingeführt hat, sondern Drachenränge. Wink
Zu viele Noten, Herr Mozart!







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#2
Das stimmt. Die Drachenränge sind besser.
Ich bin eigentlich deiner Meinung.
Ich denke auch, dass man nicht unbedingt von Gewissensbissen geplagt werden soll.
Doch kein Mitleid zu haben oder sich auf das töten zu freuen ist auch falsch.
ENgland ist nicht die Nation, die den Krieg heraufbeschworen har und ist auch nicht glücklich darüber.
Das Mitleid hält einen auf dem Boden.
Wenn du einen Kapitän weinend davonrennen siehst, musst du in deinem Kopf trennen:
,,Es war richtig, weil er mich angegriffen hat" ist falsch. Richtig ist zu denken: Es war notwendig.
Doch du musst innerlich traurig sein, dass es so weit gekommen ist. Di musst wissen, wann Gnade angebracht ist.
SObald du den fliehenden Kapitän verfolgst und tötest, bist du im Unrecht.
'Ich bin die Eule, die über dieses Forum wacht. Vielleicht nicht immer sichtbar, aber doch immer da."
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#3
Eigentlich finde ich es nicht einmal notwendig, zu kämpfen. Beim Militär geht es darum, ohne zu denken Befehle auszuführen. Das ist sehr bequem, man gibt die Verantwortung ab, führt nur einen Befehl aus und ist immer auf der sicheren Seite. Mitleid zu haben, ist ganz sicher nicht erwünscht. Die Leute, die anfangen zu denken, sind dieselben, die später ein Kriegstrauma haben. So ungefähr.
Ich hasse diese Gleichmacherei, wenn alle in eine Schablone gepresst werden. Wer nicht mitmacht, wird sanktioniert (z.B. Deserteure). Das System festigt und erhält sich selbst durch irgendwelche Regeln und Papiere, obwohl manches total unsinnig ist. Und die Leute werden für dumm verkauft: Wer denkt oder nachfragt ist prinzipiell gefährlich.
Zu viele Noten, Herr Mozart!







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#4
Ja.
Genau da liegt auch ein Problem.
Über Cäsar z.B. erzählt man sich, dass er alle, die zu gut in etwas wurden ,,beseitigen" lassen hat...
'Ich bin die Eule, die über dieses Forum wacht. Vielleicht nicht immer sichtbar, aber doch immer da."
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#5
Man hat im Temeraire Universum, aber auch den Effekt, dass für einen einzelnen Drachen nur Menschen wichtig sind, die ihm nahe stehen.Das mag vielleicht auch ein wenig an der Relation der Koerpergroessen liegen. Ein Mensch ist fuer einen Koenigskupfer nicht mehr als ein Insekt.... Das sieht man auch gut an den Wilddrachen.

Aperture Science: "We do what we must because we can"
"Dobby has come to warn you, Sir!"
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#6
saphira schrieb:Das stimmt. Die Drachenränge sind besser.
Ich bin eigentlich deiner Meinung.
Ich denke auch, dass man nicht unbedingt von Gewissensbissen geplagt werden soll.
Doch kein Mitleid zu haben oder sich auf das töten zu freuen ist auch falsch.
ENgland ist nicht die Nation, die den Krieg heraufbeschworen har und ist auch nicht glücklich darüber.
Das Mitleid hält einen auf dem Boden.
Wenn du einen Kapitän weinend davonrennen siehst, musst du in deinem Kopf trennen:
,,Es war richtig, weil er mich angegriffen hat" ist falsch. Richtig ist zu denken: Es war notwendig.
Doch du musst innerlich traurig sein, dass es so weit gekommen ist. Di musst wissen, wann Gnade angebracht ist.
SObald du den fliehenden Kapitän verfolgst und tötest, bist du im Unrecht.
Das fatale an allen Kriegen ist, der Sieger hat immer Recht und dagegen ist noch kein Kraut gewachsen Sad
Schlimm ist halt auch, daß diese Einstellung noch von den Religionen stark unterstützt wurde und wird "Die göttliche Fügung hat den Sieg herbeigeführt".
Die einzige wirkliche Magie ist die Liebe
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#7
na, dass war früher schlimmer, heutzutage werden ja oft auch die Sieger kritisiert.

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#8
Kritisiert ja. Aber recht haben sie trotzdem Wink
Die einzige wirkliche Magie ist die Liebe
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#9
gut, dein Punkt. Was schon passiert ist kann nicht geändert werden

Aperture Science: "We do what we must because we can"
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#10
Das Schlimme ist halt, daß sich daran bis heute nichts geändert hat Sad
Die einzige wirkliche Magie ist die Liebe
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